Verwertung von Sekundärbrennstoffen und Reduzierung der CO2-Emissionen 

In der Vergangenheit wurde die zur Herstellung von Zementklinker benötigte Energie hauptsächlich durch fossile Brennstoffe wie Kohle und Schweröl gedeckt. Durch den Einsatz von Sekundärbrennstoffen können diese fossilen Energieträger teilweise durch Energieträger aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt werden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung der fossilen CO2-Emission und zur Schonung der natürlichen Rohstoffvorkommen unserer Erde geleistet.

Unter den Begriff "Sekundärbrennstoff" fallen alle Brennstoffe welche nicht wie Kohle oder Erdöl als Energieträger gewonnen wurden, sondern heizwertreiche Materialien, die vor ihren zweiten "sekundären" Einsatz im Zementwerk als Brennsrtoff einen anderen "primären" Verwendungdzweck, z.B. als Verpackung, hatten.

Sekundärbrennstoffe werden in speziellen Aufbereitungsanlagen nach behördlichen Auflagen und nach unseren verbrennungstechnischen Bedürfnissen hergestellt. Sowohl die Aufbereitunngsanlage als auch wir als Verwertunganlage müssen durch ständige interne und externe Qualitätskontrollen nachweisen, dass die Sekundärbrennstoffe den vorgegebenen Qualitätsanforderungen entsprechen.


Feste Sekundärbrennstoffe (Produktionsreststoffe, SBS) 

Bei den in unserem Werk verwerteten festen Sekundärbrennstoffen handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsreststoffe. Produktionsreststoffe sind Abfälle, die bei der Herstellung von Wirtschaftsgüter anfallen. Hierzu zählen beispielweise Fehlchargen, Verschnitt und Stanzreste aus der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie. Darüber hinaus können die festen Sekundäbrennstoffe aber auch aus der Aufbereitung von Gewerbe- und Hausabfällen stammen. Der Anteil der nachwachsenden Rohstoffen (biogener Anteil) in unseren festen Sekundärbrennstpffen beträgt bis zu 40 %.

Die festen Sekundärbrennstoffe werden mittels LKW angeliefert und in unserer Sekundärbrennstoffhalle zur späteren energetischen Verwertung eingelagert. Die Halle ist aus Beton gebaut und für einen möglichen Brandfall mit Rauchgasdetektoren und einer Löschanlage ausgestattet. Der untere Teil der Halle ist als wasserundurchlässige "weiße Wanne" ausgeführt. Hierdurch wird gewährleistet, dass eingesetztes Löschwasser nicht in den Untergrund gelangen kann. Zusätzlich ist die Halle zur Vermeidung von Staub- und Geruchemissionen mit einer LKW-Schleuse und einer Filteranlage ausgestattet.

Die Qualität der festen Sekundärbrennstoffe wird regelmäßig überwacht. Von einem automatischen Probenehmer wird in regelmäßigen Abständen eine Teiltrobe gezogen und zu einer Tagesmischtprobe zusammengestellt. Pro Woche werden i.d.R. zwei Tagesdurchschnittsproben in einem Institut hinsichtlich der Einhaltung der behördlich festgelegten Grenzwerte untersucht. Darüber hinaus erfolgt eine interne Qualitätskontrolle bei der Anlieferung der Sekundärbrennstoffe. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden zusammengestellt und in regelmäßigen Abständen an die Überwachungsbehörde weitergeleitet.

Durch die Verbrennung von 1.000 kg fester Sekundärbrennstoffe können ca. 800 kg Kohle eingespart werden. Durch die Verwertung fester Sekundärbrennstoffe konnten im letzten Jahr somit ca. 56.000 t CO2 aus der Verbrennung fossiler Kohle vermieden werden.


Altöl

Altöl fällt in privaten Haushalten (z. B. Altöl aus PKW) und der Industrie an. Altöle, die sich wirtschaftlich nicht mehr zur stofflichen Verwertung aufbereiten lassen, werden von unseren Lieferanten eingesammelt, gefiltert und für die anschließende Verbrennung homogenisiert.

Die Altöle werden mit Tankwagen bei uns angeliefert und zur späteren energetischen Verwertung in unsere Lagertanks gepumpt. Die Tanks sind in einer wasserundurchlässigen Wanne aufgestellt. Die Entwässerung dieser Wanne erfolgt über einen Ölabscheider. Hierdurch ist gewährleistet, dass möglicherweise austretendes Altöl nicht in den Untergrund gelangen kann.

Die Qualität des Altöls wird regelmäßig überwacht. Von einem automatischen Probenehmer wird in regelmäßigen Abständen eine Teilprobe gezogen und zu einer Monatsdurchschnittsprobe zusammengestellt. Alle Monatsdurchschnittsproben werden in einem unabhängigen Institut hinsichtlich der Einhaltung der behördlich festgelegten Grenzwerte untersucht. Darüber hinaus erfolgt eine interne Qualitätskontrolle bei der Anlieferung des Altöls.

Durch die Verbrennung von 1.000 kg Altöl können ca. 1.400 kg Kohle eingespart werden. Durch die Verwertung von Altöl konnten im letzten Jahr somit ca. 2.500 t CO2 aus der Verbrennung fossiler Kohle vermieden werden.


Tiermehl

Tiermehl wird in Tierkörperbeseitigungsanstalten (TBA) aus Schlachtabfällen und verendeten Tieren hergestellt. Durch den behördlich überwachten Herstellungsprozess ist gewährleistet, dass alle in diesen Abfällen eventuell enthaltenen Bakterien und Keime abgetötet werden. Der biogene Anteil im Tiermehl beträgt naturgemäß 100 %.

In unserem Werk wird das Tiermehl mit Silofahrzeugen angeliefert und über Rohrleitungen in ein Silo gefördert. Das Tiermehl wird über eine Bandwaage dem Hauptbrenner des Drehofens zugeführt und zusammen mit den anderen Brennstoffen bei Verbrennungstemperaturen von ca. 2.000°C verbrannt.

Durch die Verbrennung von 1.000 kg Tiermehl können ca. 700 kg Kohle eingespart werden. Durch die Verwertung von Tiermehl konnten im letzten Jahr somit ca. 1.100 t CO2 aus der Verbrennung fossiler Kohle vermieden werden.

P H O E N I X
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